Anwendungen · Lack
Lack anschleifen und den Zwischenschliff vorbereiten
Beschichtung, Trocknung und gewünschte Haftung berücksichtigen, ohne Kanten oder Lackschichten unnötig durchzuschleifen.
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Fachlicher Überblick
Ein Lackzwischenschliff glättet die Oberfläche und bereitet sie auf den nächsten Beschichtungsauftrag vor. Er unterscheidet sich vom vollständigen Entfernen alter Farbe. Die geeignete Körnung und die Trocknungszeit ergeben sich aus dem verwendeten Lacksystem.
Zwischenschliff und Lackkorrektur unterscheiden
Beim Zwischenschliff zwischen Beschichtungsaufträgen werden Störungen geglättet und die Oberfläche nach Systemvorgabe vorbereitet. Füllerschliff, Anschleifen tragfähiger Altbeschichtungen und Feinschliff vor dem Polieren sind andere Arbeitsschritte. Die jeweils erforderliche Körnung hängt von Lackaufbau, Trocknung und nachfolgendem Auftrag ab.
Nachgiebigkeit und Abtragsreserve berücksichtigen
Feste Schleifauflagen unterstützen den ebenen Schliff; weiche Zwischenlagen passen sich Rundungen besser an. Die Druckverteilung verändert aber auch die Werkzeugwirkung. An Sicken, Kanten und erhabenen Stellen besteht eine kleinere Abtragsreserve. Vor dem Wechsel auf eine weichere Auflage prüfen, ob ein Konturfinish oder tatsächlich ein Einebnen gewünscht ist.
Arbeitsablauf
- Untergrund und vorhandenen Lack bestimmen. Bei unbekannten Altbeschichtungen mögliche Schadstoffe vor dem Schleifen klären.
- Trocknung und Verarbeitungshinweise des Lackherstellers beachten. Nur eine dafür geeignete, vorbereitete Oberfläche bearbeiten.
- Zum Lack passende Schleifmittel und eine geeignete Unterlage wählen. Lochbild beziehungsweise Netzstruktur mit Teller und Absaugung abstimmen.
- Mit kontrollierter Führung und angepasster Drehzahl schleifen. Kanten und erhabene Stellen besonders schonend behandeln.
- Schleifstaub entfernen und die Fläche vor dem nächsten Auftrag auf Durchschliffe und verbleibende Fehlstellen prüfen.
Auswahl im Arbeitsprozess
- Füllerfläche vorbereiten
- Zum Füller- und Decklacksystem freigegebene Schleiffolge
Ebenheit und ausreichende verbleibende Schichtstärke kontrollieren.
- Zwischen zwei Lackaufträgen schleifen
- Vom Lacksystem vorgegebene feinere Stufe
Trocknungszeit, Reinigung und Überarbeitungsbedingungen beachten.
- Rundungen und Profile bearbeiten
- Anpassungsfähiges Schleifmittel beziehungsweise Interface
Kanten schonen, ohne ungleichmäßig geglättete Flächen zu erzeugen.
Fehlerbilder und Prüfpunkte
- Schleifmittel setzt schnell zu
- Trocknung, Beschichtungsart, Streuung, Absaugung und Druck überprüfen. Vorzeitiges Schleifen nicht durch mehr Druck ausgleichen.
- Durchschliff oder sichtbare grobe Riefen
- Bearbeitung unterbrechen und Lackaufbau beurteilen. Fehlstellen nach Vorgabe des Lacksystems reparieren beziehungsweise den Schliff korrigieren.
Prozesskontrolle in der Praxis
Die Fläche vor dem nächsten Auftrag vollständig reinigen und im Streiflicht prüfen. Ein gleichmäßig mattes Erscheinungsbild allein bestätigt weder die Haftung noch eine ausreichende Schichtstärke.
Häufige Fragen
Kann ich Lack immer nass schleifen?
Nur wenn Schleifmittel, Untergrund und verwendetes Werkzeug für das jeweilige Nassverfahren geeignet sind. Die Produkteigenschaft und Maschinenanleitung sind maßgeblich.