Grundlagen · Körnung
Körnung verstehen und eine Schleiffolge auswählen
Körnungsangaben richtig lesen, Größenklassen unterscheiden und die Bearbeitung von grob nach fein planen.
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Fachlicher Überblick
Innerhalb der üblichen P-Körnungsreihe steht eine höhere Zahl für feinere Körner: P180 ist feiner als P80. Die Angabe kennzeichnet eine Größenverteilung, keine einzelne exakt gleich große Kornspitze. Das fertige Schliffbild hängt auch von Maschine, Unterlage und Anwendung ab.
Körnungskennzeichnung und Oberflächenrauheit sind verschieden
P-Körnungen kennzeichnen Größenklassen für Schleifkorn auf Unterlage. Angaben aus anderen Systemen, Mikrofeinstufen oder herstellerspezifische Zusätze sind nicht ohne Weiteres gleichzusetzen. Die Körnung ist außerdem kein Rauheitswert. Maschine, Hub, Druck, Werkstoff, Unterlage und Verschleiß beeinflussen die gemessene Oberfläche zusätzlich.
Eine Schleiffolge muss die Vorschliffspuren beseitigen
Die erste Stufe wird nach dem erforderlichen Abtrag gewählt. Jede folgende Stufe muss die Spuren der vorherigen zuverlässig entfernen. Ein zu großer Sprung kann Bearbeitungszeit und Nacharbeit erhöhen. Die letzte Stufe richtet sich nach dem geforderten Finish oder dem folgenden Beschichtungs- beziehungsweise Polierprozess. Eine feste Folge ist deshalb keine allgemeine Rezeptur für alle Werkstoffe.
P-Körnung und andere Skalen
Die FEPA unterscheidet unter anderem P-Körnungen für Schleifmittel auf Unterlage und F-Körnungen für gebundene Schleifmittel. Gleich aussehende Zahlen unterschiedlicher Systeme sind nicht ohne Weiteres gleichzusetzen.
Von Abtrag zu Finish
Die Startstufe muss die vorhandenen Fehlstellen entfernen können, ohne unnötig tiefe neue Spuren zu erzeugen. Anschließende Stufen verfeinern das Ergebnis. Vor jedem Wechsel prüfen, ob die Spuren des vorherigen Schritts ausreichend beseitigt sind.
Keine Universalfolge
Werkstoff, Ausgangszustand, Maschine und die folgende Beschichtung bestimmen die Abstufung. Vorgaben des Schleifmittel- und Beschichtungsherstellers gehen einer allgemeinen Zahlenfolge vor.
Auswahl im Arbeitsprozess
- Material abtragen oder grobe Fehler entfernen
- Geeignete gröbere Startstufe
Nicht gröber beginnen als für den notwendigen Abtrag erforderlich.
- Riefen angleichen
- Zum Vorschliff passende Folgestufe
Nach Reinigung prüfen, ob einzelne tiefe Spuren zurückbleiben.
- Endoberfläche herstellen
- Zum Folgeprozess passende Endkörnung
Lack-, Öl- oder Poliersystem sowie gegebenenfalls geforderte Messwerte berücksichtigen.
Fehlerbilder und Prüfpunkte
- Feine Fläche mit einzelnen tiefen Kratzern
- Vorschliffspuren und Fremdkorn prüfen. Nicht unbegrenzt mit der feinsten Stufe weiterarbeiten.
- Gleiche Zahl ergibt ein anderes Finish
- Kennzeichnungssystem, Kornart, Unterlage, Maschinenbewegung und tatsächlichen Produktaufbau vergleichen.
Prozesskontrolle in der Praxis
Eine freigegebene Musterfläche und eine dokumentierte Schleiffolge erleichtern reproduzierbare Ergebnisse. Verlangt die Zeichnung einen Rauheitskennwert, muss die Oberfläche nach der vorgesehenen Messmethode geprüft werden.
Häufige Fragen
Welches Schleifpapier brauche ich zuerst?
Beginnen Sie mit der schonendsten Stufe, die die konkrete Aufgabe noch erfüllt. Prüfen Sie das an einer Probefläche und stimmen Sie die Folge auf das vorgesehene Finish ab.