Bohren und Zerspanen · Metallbohrer
Metallbohrer wählen: HSS, HSS-G und HSS-E
Welcher Metallbohrer passt zu Stahl, Edelstahl oder Aluminium? HSS-Ausführungen, Durchmesser, Länge und Werkstofffreigaben verständlich vergleichen.
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Fachlicher Überblick
Ein Metallbohrer erzeugt durch zwei Hauptschneiden eine Bohrung; die Spannuten transportieren das abgetragene Material nach außen. Für ein gutes Ergebnis müssen Bohrergeometrie, Schneidstoff, Werkstoff und Maschine zusammenpassen. Der Aufdruck HSS allein sagt deshalb noch nicht, dass ein Bohrer für jedes Metall geeignet ist.
HSS-R, HSS-G und HSS-E unterscheiden
HSS bezeichnet Schnellarbeitsstahl. HSS-R steht bei den angebotenen Spiralbohrern für eine rollgewalzte, HSS-G für eine geschliffene Ausführung. HSS-E enthält zusätzliche Legierungsbestandteile; häufig wird ein Kobaltanteil wie Co 5 genannt. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Eine Beschichtung wie TiN ist wiederum ein eigenes Merkmal und ersetzt weder die passende Geometrie noch die Werkstofffreigabe.
Stahl, Edelstahl und Aluminium
Bei Stahl ist auch die Festigkeit wichtig. Für Edelstahl kommen entsprechend ausgewiesene Geometrien und Schneidstoffe infrage; für weiches, langspanendes Aluminium ist eine gute Spanabfuhr besonders wichtig. Suchen Sie deshalb zuerst nach dem genauen Werkstoff. Die Anwendungsmatrix der Bohrcraft-Serie unterscheidet geeignete und nur bedingt geeignete Materialien.
Länge und Aufnahme richtig lesen
Vergleichen Sie Bohrdurchmesser, Arbeitslänge, Gesamtlänge und Schaft. Die Gesamtlänge ist nicht die nutzbare Bohrtiefe. Ein längerer Bohrer erreicht tiefere Stellen, verlangt aber auch eine sorgfältige Führung. Wählen Sie nur so viel Länge, wie die Aufgabe benötigt; Spannuten dürfen nicht als Einspannfläche dienen.
Werkstoff des Bohrers und Werkstoff des Werkstücks
HSS-E bezeichnet den Schneidstoff des Werkzeugs. Edelstahl bezeichnet eine Gruppe möglicher Werkstücke. Die Begriffe dürfen nicht vermischt werden. Ob eine Kombination geeignet ist, ergibt sich aus der Anwendungsmatrix der konkreten Serie und aus den zugehörigen Bedingungen.
Norm, Winkel und Beschichtung ergänzen sich
Eine Normangabe wie DIN 338 beschreibt eine Baureihe. Spitzenwinkel und Kreuzanschliff beschreiben Geometrie; TiN oder TiAlN beschreiben eine Oberfläche. Alle Angaben haben ihren Platz. Eine verlässliche Bestellung umfasst zusätzlich Durchmesser, Arbeitslänge, Aufnahme und Werkstofffreigabe.
Auswahl im Arbeitsprozess
- Bohrung in normalem Baustahl
- Passende HSS-Serie
Festigkeit, Durchmesser und vorgesehene Schnittwerte abgleichen.
- Bohrung in Edelstahl
- Für die Legierung freigegebener Metallbohrer
Nicht allein nach dem Wort Kobalt auswählen; Werkstoffmatrix und Kühlung berücksichtigen.
- Mehrere häufige Größen
- Bohrer-Set
Größenabstufung und Nachfüllmöglichkeiten mit dem tatsächlichen Bedarf vergleichen.
Fehlerbilder und Prüfpunkte
- Bohrer wird heiß und schneidet kaum
- Schneidenzustand, Drehzahl, Vorschub und Kühlung prüfen. Bloßes Reiben kann den Prozess weiter verschlechtern.
- Bohrung läuft aus der Position
- Werkstück sicher spannen und Anbohren, Werkzeugrundlauf sowie Zentrierung prüfen.
Häufige Fragen
Ist HSS-E immer die beste Wahl?
Nein. Die Legierung ist nur ein Auswahlmerkmal. Ein zum Werkstoff passender Bohrer mit geeigneter Geometrie und sauberer Führung ist entscheidend.
Ist ein 10-mm-Bohrer auch 10 mm am Schaft?
Nicht zwangsläufig. Manche Ausführungen haben einen abgesetzten Schaft. Die Aufnahme steht in den technischen Daten.
Kann ich denselben Bohrer für Stahl und Edelstahl nehmen?
Nur wenn die konkrete Serie beide Werkstoffe abdeckt. Eine Freigabe für Stahl darf nicht automatisch auf Edelstahl übertragen werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Auswahlhilfe fasst Herstellerangaben und die genannten Fachinformationen zusammen. Angaben zur konkreten Ausführung finden Sie beim jeweiligen Artikel.